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Wissenswertes
Dachstrom
Interessenlage von Solarteurbetrieben

ModulreihenBei Anfragen von Investoren schauen sich die Solarteurunternehmen die Dachfläche des Investtionsstandortes möglichst genau an. Dazu benutzen sie in der heutigen Zeit verschiedene Satellitenaufnahmen oder sehen sich direkt vor Ort um. So gewinnen sie einen ersten Eindruck über die konkrete Situation. Der nächste Schritt wird eine Grobschätzung über die maximal sinnvoll mögliche installierbare Leistung auf dem Dach sein. Dabei werden mögliche Verschattungsobjekte, wie Kamine, Dachgauben, Nachbargebäude oder Baumwuchs bereits berücksichtigt.

Nach dieser Bestandsaufnahme werden Angebote ausgearbeitet, die eine möglichst große Leistung beinhalten. Der Solarteur ist nicht, was viele Investoren glauben, daran interessiert eine optimale Berechnung zu erstellen sondern er wird versuchen, einen möglichst hohen und lukrativen Auftrag zu erhalten. Das ist grundsätzlich nicht zu beanstanden sondern Basis unseres Wirtschaftssystems. Der Investor sollte dies nur wissen und in seinen Überlegungen mit berücksichtigen.

Fast alle Solarteure bieten nur kristalline Module an. Damit bekommt man aufgrund des höheren Wirkungsgrades höhere Leistungen als mit Dünnschichtmodulen auf das Dach. Anhand des Dachbelegungsplanes kann man schnell erkennen, dass sich dieser Belegungsplan an der Dachausrichtung orientiert, aber nicht unbedingt an die Ausrichtung nach Süden. Eine Dachbelegung mit Aufständerung nach Süden ist meistens sehr viel aufwendiger zu installieren und zudem geht, je nach Dachausrichtung, nur eine deutlich niedrigere Leistung auf die Fläche.

Aufgrund der in den letzten Monaten sehr günstigen Einkaufspreise für Solarmodule und der damit verbundenen Reduzierung der PV-Anlagekosten wird jetzt der Fokus der Investoren nicht mehr unbedingt auf ein optimale Aufständerung der Module und der damit einhergehenden hohen Renditeaussicht geschaut. Vielmehr geht der Trend jetzt zu einer maximalen Dachbelegung und einem Umdenken bei der Art der Belegung. Die klassische Belegung mit Aufständerung wird durch eine Ost-West-Ausrichtung mit einem Aufständerungswinkel von 10 ° ersetzt. Damit werden natürlich nicht die maximalen Erträge pro Modul erzielt. Hier muss mit mit Einbußen von 10 - 15 % rechnen. Dieser Einnahmeausfall wird aber durch die deutlich dichtere Modulbelegung der vorhandenen Dachfläche mehr als kompensiert.

Diese Belegungsart bietet aber noch weitere Vorteile. Die punktuelle Dachbelastung sinkt gegenüber der aufgeständerten Variante um fast die Hälfte, da die Modulbeschwerung entfällt. Auch die Windlastbelastung entfällt völlig, da die Angriffsflächen der aufgeständerten Module nicht vorhaden sind. Auch die Dachhaut wird durch den fast kompletten Schutz durch die Module deutlich weniger von Witterungseinfüßen beeinträchtigt und häkt entsprechend länger. Das Raumklima unterhalb der Dachflächen wird im Winter positiv durch eine geringere Auskühlung und damit einem niedrigeren Heizkostenverbrauch und im Sommer durch den zusätzlichen Kühlungseffekt, der durch die geringere Aufhitzung der Dachflächen entsteht, einen angenehmeren Temperaturbereich ermöglichen.

Der Eigenverbrauch kann durch größere PV-Anlagen bei Betrieben mit hohem Stromverbrauch deutliche Stromkosteneinsparungen bringen. Speziell für die Zukunft können so die sicherlich eintretenden Stromkostenerhöhungen eingefroren und, wenn die Stromspeichergeräte weiter entwickelt sind, auch noch höhere Verbräuche aus eigener Stromproduktion erzielt werden.


Modulauswahlkriterien

SolarzellenaufbauMono- oder polykristalline Module sind grundsätzlich mit höheren Wattzahlen pro Modul ausgestattet als andere Modultechnologien. Deshalb werden diese Module von den Solarteurbetrieben auch meistens angeboten, damit eine größere Leistung auf der vorhandenen Dachfläche installiert werden kann. Dabei handelt es sich zum überwiegenden Teil um Module aus asiatischer Produktion. Diese sind aufgrund von Dumpingpreisen durch staatliche Subvention und aufgrund der niedrigen Arbeitslöhne ungefähr 20% - 30 % preiswerter als europäische Module. Große Qualitätsunterschiede gibt es aber zwischen den verschiedenen Modulen nicht. Jeder Solarteurbetrieb hat mit einem anderen Modulhersteller Lieferverträge. So ist man nicht so einfach mit den Mitbewerbern vergleichbar. Hauptgrund sind aber die Rabattstaffeln bei den einzelnen Herstellern. Je mehr Module man abnimmt, desto günstiger wird jedes Modul. Deshalb wird möglichst auf jeder Dachfläche der gleiche Modultyp vom Hauptlieferanten angeboten.

Sobald es sich bei der Dachfläche nicht um eine reine Südausrichtung handelt sondern die Satteldachflächen eine Ost-West-Ausrichtung haben oder teilweise Verschattungen entstehen, ist der Investor meist mit Dünnschichtmodulen besser bedient. Da diese Module nicht das direkte Sonnenlicht zur Stromproduktion benötigen sondern ein sehr breites Lichtspektrum nutzen, ist die Stromproduktion meist übers Jahr gesehen höher, als bei einer Belegung mit kristallinen Modulen. Diese Module benötigen aber meist mehr Installationsaufwand bei geringerer Leistung und sind entsprechend bei den Solarteurunternehmen weniger beliebt.

Auswahl der restlichen Komponenten

Das Hauptaugenmerk richten die Investoren zumeist auf die Auswahl der Module. Manchmal wird noch bei der Auswahl der Wechselrichter über die Herstellerfirma nachdedacht, aber das war es dann auch. Die Anzahl und Größe der Wechselrichter überlässt man dann meist dem Solarteur. Üblicherweise gibt es dabei aber auch keine Preisdiskussion, da die Solarteurangebote meist einen Gesamtpreis für Module und benötigter Komponenten sowie der Installationsarbeit enthalten. Dabei ist auch, speziell bei kristallinen Modulen auch die Anzahl der miteinander verbundenen Module zu einem String wichtig. Hier sollte man nach Möglichkeit lieber mehrere kleine String-Einheiten statt einiger großer Stromkreise wählen, da Verschattungen auch nur eines Moduls sich immer sehr negativ auf die Stromproduktion des ganzen Strings auswirkt.

Über die Verkabelung wird fast nie ein wort verloren. Dabei sollte auch diese Komponente besprochen werden. In den ersten Jahren des Betriebes werden sich billige Kabel meist noch nicht auswirken. Wenn aber die Weichmacher aus der Ummantelung entwichen sind, können sich Risse bilden und die Kabel werden brüchig. Das kann zu Stromausfällen führen oder sogar, wenn sich Lichtbögen entwickeln, auch zu einem Brand der PV-Anlage führen.

Sehr empfehlenswert sind deshalb Komplettangebote eines Herstellers. Dann kann man davon ausgehen, dass die einzelenen Komponenten aufeinander abgestimmt sind und die PV-Anlage insgesamt optimiert ist. Für den Betreiber hat dies aber noch einen weiteren positiven Aspekt. Die Hersteller verlängern in diesen Fällen fast immer die Gewährleistungsgarantien erheblich. Meist wird die Garantie von 5 Jahren auf die Module und Wechselrichter auf 10 Jahre für alle Komponenten verlängert.

Leistungsgarantieversprechungen

Fast alle Modullhersteller bieten einheitliche Leistungsgarantien an:
- innerhalb der ersten 10 Jahre werden mindestens 90 % der Nennleistung garantiert
- innerhalb der ersten 25 Jahre werden mindestens 80 % der Nennleistung garantiert

Dabei ist zu beachten, dass bei einigen asiatischen Herstellern, die mit +/--Toleranzen die Wattangaben ausgestattet haben, sich die Garantieversprechen nicht auf die Nennleistung sondern nur auf die jeweiligen Untergrenzen beziehen.

Es gibt aber auch Hersteller, die auf Ihre Module mindestens 12 Jahre Leistungsgarantie mit 90 % geben und auch Zwischenstufen, wie z.B. 85 % auf 18 Jahre, oder sogar bis zu 30 Jahren 80 % der Nennleistung garantieren.

Gewährleistungsgarantien

Die gesetzliche Gewährleistungsgarantie beträgt in Deutschland 2 Jahre. Fast alle Hersteller geähren mittlerweile aber bereits 5 Jahre auf Module und Wechselrichter. Eine Verlängerung der Garantien, speziell bei Wechselrichtern, ist aber meist mit erheblichen Prämienaufschlägen verbunden. Deshalb sollte man als Investor versuchen, durch Komplettangebote der Hersteller möglichst eine kostenfreie Garantieverlängerung von mindestens 10 Jahren zu Gesetzeerreichen.

Sämtliche Garantieversprechen sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten. Bei vielen Herstellern gelten nur die Garantiezusagen in englischer Sprache. Auch der Gerichtsstandort für Streitigkeiten ist nicht unwichtig. Liegt der Gerichtsstandort in Deutschland, so ist die Prozessführung unproblematisch. Allerdings gibt es auch schon einen Fall, wo der Kläger vor Gericht Schadensersatz zugesprochen bekam, diesen aber nicht durchsetzen konnte, da in Deutschland lediglich ein Büro angemietet war und so eine Vollstreckung nicht möglich war. Allerdings soll es der Herstellerfirma in China finanziell gut gehen, dort werden aber deutsche Urteile nicht anerkannt. Deshalb wird grundsätzlich geraten, gerichtliche Auseinandersetzungen direkt im Herstellerland zu betreiben. Dies dürfte aber wirtschaftlich nur großen Kapitalschäden wirklich sinnvoll sein.

Viele Garantieversprechen benachteiligen aber den Investor über Gebühr. Deshalb wurden auch bereits einige Solarhersteller von der Verbraucherzentrale in NRW erfolgreich verklagt. In den beanstandeten Garantiebedingungen blieb der Investor z.B. auf sämtlichen Kosten für die Deinstallation, den Transport sowie der Reinstallation sitzen. Deshalb sollte man sich die Garantiebedingungen sehr genau ansehen. Im Übrigen sind Garantiebedingungen nur so gut wie der Garantiegeber. Bei diesen langlaufenden Garantiezeiten kann es durchaus vorkommen, dass die Herstellerfirma insolvent wird oder aber die Geschäfte in Deutschland eingestellt hat. Bei den Garantien namhafter deutscher Gesellschaften ist man da wohl etwas sicherer aufgestellt.

Beachtenswertes bei Dachlasten

Die Statik eines Daches ist bei der Planung selten von einer Zusatzlast durch eine Photovoltaikanlage ausgelegt. Deshalb muss vor der Installation einer PV-Anlage auf einem Dach die Statik erneut geprüft werden. Dabei sollten auch die letzten besonders schneereichen Winter mit ins Kalkül gezogen werden. Bei den von den meisten Solrteurbetrieben favorisierten Dachbelegungen mit kristallinen Modulen sollte man beachten, dass bei Flachdächern neben der Modullast zusätzlich das Aufständerungssystem mit notwendigen Beschwerungen hohe Lasten auf das Dach bringt. Da bei der Befestigung der Module meist keine Dachdurchdringung vorgenommen wird, müssen erhebliche Zusatzlasten durch Betonsteine oder Kies, die eine Verrutschung der Modulreiehen verhindern sollen, mit einkalkuliert werden. Viele dieser Aufständerungen sind von den Seiten offen und dort kann sich im Winter Schnee durch Verwehungen einnisten und der wird mit der Zeit nass und pampig und sorgt für weiteres Gewicht auf dem Dach.

DünnschichtmoduleSehr viele PV-Anlagen auf Flachdächern wurden aus statischen Gründen bisher nicht realisiert. Das muss aber nicht unbedingt sein. Neue Aufständerungssysteme sind so konzipiert, dass kaum Zusatzlasten entstehen und auch auf die Dachbeschwerung verzichtet werden kann. Diese Systeme kommen allerdings nur bei Dünnschichtmodulen zum Einsatz. Dies hat seinen Grund in der Stromerzeugungsart. Kristalline Module haben einen Wirkungswinkel von ca. 90°, da sie Sonnenlicht zur Stromerzeugung nutzen. Dagegen können Dünnschichtmodule auch in Ost-West-Richtung aufgestellt werden, da diese ein breites Lichtspektrum nutzen und deshalb im 360°-Modus arbeiten können.

Bei der Statikberechnung sollten aber nicht nur die Zusatzlasten auf dem Dach als Gesamlast betrachtet werden. Vielmehr sind auch bei den aufgeständerten kristallinen Modulen die Punktlasten zu berücksichtigen. Die Module werden in Reihen aneinanderbefestigt und verursachen so auf kleinem Raum hohe Lasten. Dazwischen sind wegen den Verschattungen große Zwischenräume frei. Das kann schnell zu Durchbiegungen des Daches führen.

Bei einer Flachdachbelegung mit Dünnschichtmodulen ist dies jedoch anders geregelt. Da die Ausrichtung nach Süden hierbei nicht vorgenommen werden muss, kann das Dach flächendeckend mit Modulen belget werden. Bis zu 90 % der Dachfläche sind so zu nutzen. Dadurch wird aber nicht nur die Dachbelastung flächendeckend gleichmäßig aufgebracht sondern gleichzeitig auch ein Zusatzschutz für das Dach installiert. Das Dach wird zusätzlich geschützt und hält entsprechend länger.

Raumklimaveränderung
Bei einer flächendeckenden Belegung von Satteldächern oder der Installation einer Dünnschicht-PV-Anlage auf einem Flachdach wird nicht nur die Dachhaut geschützt sondern es entsteht zusätzlich auch noch ein Isolationseffekt. Im Sommer wird die Dacheindeckung vor der intensiven Sonneinstrahlung beschirmt und deshalb heizt sich das Dach wesentlich weniger auf. Dies hat auch Auswirkungen auf die Raumtemperatur im darunter liegenden Raum und erhält so ein angenehmeres Raumklima. Diese Räume müssen nicht so stark durch Klimageräte abgekühlt werden und ersparen so zusätzlich Stromkosten. Aber auch in den anderen Jahreszeiten wirkt eine solche Photovoltaikanlage wie ein zusätzlicher Mantel und schirmt die Außentemperaturen etrwas ab. Das erspart Heizkosten.
Einholung von Angeboten

Die meisten Investoren bitten ungefähr ein halbes Dutzend Solarteurbetriebe um Abgabe eines Angebotes und suchen sich daraus dann ihren Favoriten aus. Abgesehen davon, dass die Solarteure ihre eigenen Vorstellungen über die Dachbelegung machen, sind auch die Preise meist relativ hoch. Da alle Betriebe praktisch nach den gleichen Kriterien arbeiten, nützt sich auch eine Ausdehnung der Angebote nicht viel. Es liegt immer der gleiche Systemfehler vor.
Stromvertrag

Wir haben eine andere Vorgehensweise. Wir besprechen die Eckdaten der PV-Anlage mit dem Investor und suchen dann einen Solarteurbetrieb, der fachlich und zu einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis diese Anlage errichten kann. Da wir über sehr viele aktuelle Marktinformationen verfügen, können wir einen auskömmlichen Betrag zur Realisierung der geplanten PV-Anlage errechnen. Dann stellen wir diese Anlage den Betrieben vor und bieten diesen Auftrag zum Festpreis an. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um Dumpingpreise sondern um knapp kalkulierte Angebote. Ein Zusatzanreiz für den Solarteur besteht auch darin, dass wir in derbetreffenden Region meist mehrere PV-Anlagen betreuen und so auch Folgegeschäfte möglich sind. Durch diese Vorgehensweise ersparen wir dem Investor meist recht hohe Aufschläge. Getreu dem Motto "Im Einkauf liegt der Gewinn" erhöht sich die Renditeerwartung der PV-Anlage meist deutlich.